Abschluss und Bewertung der Dubai 7s und StuSta

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Vorab:

Auch wenn im Hintergrund bereits die Vorbereitungen für das 7er Jahr 2018 auf Hochtouren laufen, bleibt dennoch Zeit das Projekt Dubai Sevens abschließend zu Bewerten.

Seit Beginn des StuSta Siebener-Programms war es immer ein essentieller Bestandteil das eigene Können auch in Turnieren außerhalb des regulären Ligabetriebes zu vergleichen. Aufgrund der kontinuierlichen Leitungssteigerung der vergangenen Jahre war eine Teilnahme an einem der ganz großen Turniere also eigentlich nur eine konsequente Fortsetzung der bisherigen Philosophie. Nichts desto trotz ist ein Turnier wie die Dubai Sevens sowohl sportlich als auch logistisch für unser Siebener-Pr

ogramm eine Aufgabe in bisher nicht dagewesenem Ausmaß. Eine Einladung zu einer derart renommierten Veranstaltung zu bekommen und die Reise dann auch erfolgreich zu realisieren stellt folglich an sich schon eine beachtliche Leistung dar.

Sportlich Damen:

Obwohl nahezu ohne Akklimatisationszeit angereist, konnten die Damen von der ersten Minute an das Turniertempo gut mitgehen. Akkurates Passspiel und klug gesetzte Kontaktpunkte waren eine solide Basis für das eigene Angriffsspiel im ersten Spiel gegen die FRN Cairo Wolverines. Obwohl die stark spielenden Gegnerinnen zwei Abstimmungsschwächen in der StuSta Verteidigung ausnutzen konnten, reichte dies am Ende nicht um das gute Angriffsspiel unserer Damen hinreichend zu stören. So stand am Ende ein verdienter 26 – 12 Auftaktsieg (StuSta Munich 26 – FRN Cairo Wolverines 12).

Mit dem Auftaktsieg im Gepäck, stand im zweiten Spiel mit der Regionalauswahl aus Krasnodar der wohl härteste Brocken auf dem Programm. Zu Beginn gelang es unseren Damen gut sich auf das Spiel einzustellen und mit geduldiger Verteidigung den ein oder anderen Fehler des Gegners abzuwarten. Der so gewonnene Ballbesitz wurde aber zu leichtfertig wieder hergeschenkt, sodass das eigene Spiel zunächst nur wenig aufgezogen werden konnte. Die Russinnen wussten gut die volle Breite des Feldes, die langen Phasen mit eigenem Ballbesitz sowie eine gelbe Karte für die StuSta auszunutzen und konnten dies im weiteren Spielverlauf zunehmend in Punkte umsetzen.
Auch wenn die späteren Turniersiegerinnen aus Krasnodar das Spiel am Ende klar gewinnen konnten lieferten unsere Damen bis zum Schluss ein starkes Spiel. Im letzten Drittel gelang es dann auch im eigenen Spiel nach vorne Akzente zu setzten. Diese Arbeit wurde mit einem sehenswerten Versuch zum Endstand von StuSta Munich 7 – Krasnodar Region 36 belohnt.

Im ersten Spiel des zweiten Tages ging es mit Haka Rugby Global gegen den vermeintlich leichteste Gegner der Gruppenphase. Viele eigene Ballverluste durch Unaufmerksamkeiten machten es zunächst schwierig die nötige Struktur in das eigene Spiel zu bekommen. Die dadurch ermöglichten Angriffe des Gegners konnten aber jeweils vor dem eigenen Malfeld gestoppt werden. Mit zunehmender Spieldauer griff dann das eigene System und die StuSta konnte sich Stück für Stück absetzen. Mit zwei Siegen in drei Spielen konnte die Gruppenphase folglich auf Platz zwei beendet werden (StuSta Munich 24 – Haka Rugby Global 0).

Im Cup-Achtefinale gegen Scotty´s Tigers entwickelte sich über 14 Minuten ein Spiel auf Augenhöhe. Wie bereits im Gruppenspiel gegen Krasnodar wurde zu fahrlässig mit dem eigenen Ballbesitz umgegangen, sodass die Gegnerinnen zunächst höhere Spielanteile hatten und diesen auch in Punkte umsetzten konnten. Die StuSta Damen konnten sich aber auch in diesem Spiel zunehmend in das eigene System arbeiten und so nie den Anschluss verlieren. Ein spannendes Knock-Out-Spiel wurde am Ende nur durch die Differenz einer Erhöhung entschieden (StuSta Munich 10 – Scotty`s Tigers 12).

 

Sportlich Herren:

In einer sehr starken Guppe mussten unsere Herren zunächst Lehrgeld zahlen. Das erste Spiel, ausgetragen im The Sevens Stadium, konnte zu Beginn noch offen gestaltet werden. Nach zwischenzeitlicher Führung zog der spätere Finalist aus England das Tempo aber an und zeigte wer im Spiel klarer Favorit war. Dieser Tempoverschärfung konnten die StuSta Herren nicht genug entgegensetzen und so wurde das Spiel am Ende klar verloren (StuSta Munich 7 – Wyveren Harlequins 55).

Im zweiten Spiel, gegen den späteren Cup Halbfinalisten Ponty Butchers 7s, wollten unsere Herren auf die guten Ansätze aus Spiel eins aufbauen. Leider wurde auch hier schnell klar wer Herr auf dem Platz ist. Die Gegner überzeugten durch schnelles und sicheres Kombinationsspiel, gegen das es auf der StuSta Seite kein adäquates Mittel in der Verteidigung gab. Obwohl die StuSta Herren es schafften in guten Einzelaktion die Verteidigungslinie das ein oder andere Mal zu brechen, gelang es nicht den Ball zu den Supportspielern zu bringen und so blieben die Bemühungen ohne Resultat. Auch das zweite Gruppenspiel wurde klar verloren (StuSta Munich 0 – Ponty Butchers 7s 57).

Mit zwei Niederlagen in den Knochen und im Kopf war der Start in das abschließende Gruppenspiel am zweiten Tag gegen die Centurion Warriors nicht leicht. Leider zeigten sich vor allem im Spiel nach vorne die gleichen Probleme wie zuvor. Starke einzelne Aktionen konnten nicht in Punkte umgesetzt werden, weil es nicht gelang die Durchbrüche mit dem nötigen Support zu Ende zu führen. Dieses kraftraubende aber ertragsarme Spiel nach vorne forderte im weiteren Spielverlauf zunehmend seinen Tribut. Die entstehenden Lücken in der Verteidigung nutzten die Gegner mehr und mehr aus. So stand auch in diesem Spiel am Ende eine Niederlage, wobei es definitiv mehr Potential für die StuSta Herren gegeben hätte (StuSta Munich 0 – Centurion Warriors 34).

Am Samstag ging es nun im unteren Teil des Feldes darum insbesondere sich selbst zu zeigen was möglich ist. Im 17-20th Playoff Semi Final gegen 3 Rifels RFC konnten die StuSta Herren Ihrerseits das Spiel klar kontrollieren. Gegen weniger dominante Gegner funktionierte das Zusammenspiel mit den nachrückenden Supportspielern deutlich besser. Die erarbeiteten Chancen wurden folglich auch in Punkte umgesetzt. Diese offensive Steigerung in Verbindung mit einer gut abgestimmten Verteidigung sorgten für einen klaren StuSta Sieg (StuSta Munich 42 – 3 Rifels RFC 5).

Im Finale der Playoffs standen mit den UAE 7s, eine der lokalen Mannschaften, als Gegner auf dem Feld. Die StuSta konnte auch in diesem Spiel die gute Leistung vom Samstag fortsetzten. Sehenswerte Kombinationen wurden mit zunehmender Souveränität gespielt. Auch die Angriffsbemühungen der Heimmannschaft konnten effektiv und frühzeitig unterbunden werden, sodass die StuSta das Finale einseitig gestalten konnte. Mit einem klaren Finalsieg und einem 17ten Platz in der Endabrechnung gelang also auch den Herren ein durchaus versöhnlicher Abschluss des Turniers.

 

Fazit:

Im Herrenbereich muss Mann akzeptieren, dass zu Top Einladungsmannschaften à la Wyveren Harlequins ein Klassenunterschied besteht. Die deutliche Überlegenheit wiederum im unteren Viertel des Turnierfeldes zeigt jedoch, dass eine Orientierung Richtung Mittelfeld des Klassements bei derartigen Turnieren möglich ist. Die hierfür notwendige gemeinsame 7er Trainingszeit parallel zum anspruchsvollen 15er Ligabetrieb zu bekommen ist jedoch nicht einfach. Eine starke 7er Trainingsgruppe neben dem priorisierten 15er Betrieb aufzustellen wird also auch für 2018 wieder das Ziel sein.

Die Damen haben gezeigt welch starker Kader sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Die Ergebnisse und die Fähigkeit das eigene Spielsystem auch über mehrere Spiele auf Top-Niveau halten zu können, haben bewiesen das unsere Damen auf derartige Turniere gehören. Für 2018 gilt es weitere Spielerinnen an ein hohes Leistungsniveau heranzuführen, um den Kader des Top Teams auf möglichst breite Basis zu stellen.  Als Mannschaft auch weiterhin kontinuierlich auf nationalen und internationalen Turnieren vertreten zu sein ist auch für das neue 7er Jahr der eigene Anspruch.

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